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bildungsklick.de vom 09.10.2019
Schulbildung im Freistaat Bayern



Ihr Artikel:
 

https://bildungsklick.de/schule/detail/schule-braucht-starke-lehrer-und-gesunde-kinder

 

Der Freistaat Bayern müsste nur endlich damit anfangen, die UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 24 umzusetzen, denn dann würden alle Schüler*und Schülerinnen individuelle Förderung erhalten können, sogar die bisher vergessenen hochbegabten Schüler und Schülerinnen. 

Bisher gibt es nur die Form der Einzelintegration. Das hat mit hochwertiger inklusiver Schulbildung aber nichts zu tun. Die Begriffe Inklusion und Integration werden häufig zusammen verwendet. Doch Integration ist nicht bedeutungsgleich mit Inklusion und ist auch keine Vorstufe der Inklusion. Integration unterscheidet zwischen Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung und meint lediglich die Eingliederung von Menschen mit Behinderung in eine ansonsten gleichbleibende, unveränderte Umgebung. Diese Kinder erhalten dann zwar einen Nachteilsausgleich und oder Notenschutz und viel zu wenige segregierende (trennen, absondern, abspalten) Förderstunden außerhalb des Klassenverbundes, aber das

ist nun einmal Integration. 

Inklusion geht von der Besonderheit und den Bedürfnissen eines jeden einzelnen Menschen aus und meint die Anpassung der Umgebung an dessen individuellen Voraussetzungen. Das bedeutet, dass die Umgebung grundsätzlich barrierefrei gestaltet sein muss, damit alle Menschen – ob mit oder ohne Behinderung oder chronischen Erkrankungen – ein Wahlrecht hinsichtlich der Art und Form der von ihnen benötigten Unterstützung haben. Doch dafür benötigt die Bildung die inklusive Pädagogik.

 

Die inklusive Pädagogik ermutigt Kinder und Erwachsene, Vorurteile, Diskriminierung und Benachteiligung kritisch zu hinterfragen. Dies bedeutet, sowohl den Gemeinsamkeiten und Stärken von Kindern Aufmerksamkeit zu schenken und wertzuschätzen. Der Unterricht ist so gestaltet, dass er allen Lerntypen gerecht wird und unterschiedliche Sozialformen sich abwechseln. Alle lernen in einem Klassenraum. Auf Ausgrenzung jeder Form wird reagiert und diskriminierende Äußerungen werden nicht kommentarlos hingenommen. Lehrkräfte wissen wie Ausgrenzung funktioniert und wie man die Identität aller Kinder fördert – nicht nur die der nichtbehinderten Kinder. Inklusive Pädagogik führt dazu, dass die Bildung so gestaltet wird, dass alle Kinder gleichberechtigt teilhaben können und die Unterschiede gesehen und wertgeschätzt werden.


Es geht keinesfalls um Gleichmacherei, sondern um gleiche Rechte. Jedes Kind hat das Recht auf hochwertige inklusive Bildung und die notwendige Unterstützung, die es zur Teilhabe benötigt. Das Leitbild der UN-Behindertenrechtskonvention ist die Inklusion nicht die Integration.

 

Dafür müssen aber die Schulgesetze UN-Behindertenrechtskonform abgeändert werden. Unser bayerisches Schulsystem befindet sich kurz vor dem Kollaps, nur traut sich keiner der Politiker das offen auszusprechen. Überlastete Lehrer und Lehrerinnen, Schüler und Schülerinnen die durch den hohen Druck der vollgestopften Lehrpläne bereits beim Grundschulabitur der 2. Klasse Angst vor dem nächsten Schultag haben.

 

So werden mittlerweile sogar Kinder in der Grundschule ohne Förderbedarf auf Förderschulen abgeschult, die nur etwas langsam sind oder zu früh mit
6 eingeschult wurden (zum Glück wurde dies nun geändert). Manche Kinder müssen sogar "freiwillig wiederholen" um den aktuellen Lehrstoff folgen zu können, wenn sie z.B. wegen Krankheit öfters fehlten.

 

Wir brauchen individuelle Lehrpläne, um den Frontalunterricht beenden zu können und so das Potenzial jeden Kindes ernst zu nehmen, da wir Menschen verschieden sind und individuell lernen. Dann würde es auch mit der Inklusion besser funktionieren. 


Dafür müssten die Klassen aller Schulformen verkleinert werden. Das kostet natürlich, aber mittlerweile befinden sich selbst an den Förderschulen manchmal 18 Kinder in einer Klasse. Ich ging in eine Klasse mit 16 Kindern

und das war wunderbar. Jeder konnte dort individuell gefördert werden.
Es war eine wunderschöne Schulzeit. Mein Mann mußte in einer Klasse
lernen mit über 30 Kindern. Er sagt, dass sei die Hölle gewesen und bis
heute hat sich an der hohen Schülerzahl auf der weiterführende Schule
nichts verändert. 

An unseren Schulen fehlen Lehrer. Die Ausfallzeiten sind enorm und dann sollen die Kinder aber trotzdem die Leistung liefern. Ja das Ministerium sagt etwas anderes. Vor jeder Klasse steht ein Lehrer.  Das sagt aber nichts über die Ausfallzeiten aus. Bitte liebe Eltern führt eine Art Ausfallzeitentagebuch Eurer Kinder. Wir können dies gerne beim Ministerium dann einreichen, da diese sicher keine unabhängige Studie z.B: von der Bertelsmann Stiftung durchführen wollen, wie viele Stunden wegen Lehrermangel tatsächlich ausfallen, wenn Lehrer krank werden oder Nachwuchs erwarten. Von der oft fehlenden Sekretärin der Schulen wollen wir hier gar nicht sprechen.

Eltern die es sich leisten können, bevorzugen deshalb seit Jahren die Privatschulen.  Das hat alles nichts mit hochwertiger, individueller und inklusiver Schulbildung zu tun.


Bitte beachten Sie daher unsere aktuelle Beschwerde an den Deutschen Bundestag. Diese ist auf unserer Internetseite abrufbar.

Susann Dohm
Botschafterin für inklusive Schulbildung
Deutscher Verband inklusiver Schulentwicklung i.G.


 

Deutscher Verband inklusiver Schulentwicklung i.G.